Einführung in den TV-journalismus

Mit bewegten Bildern Geschichten erzählen
Zu Teil 2Zur Prüfungsvorbereitung

Einführung in den Video-Journalismus

Herzlich willkommen

Ein TV- und Video-Kurs online? Nun, aufgrund der Corona-Pandemie ist das Fragezeichen hinfällig und gehört durch ein Ausrufezeichen ersetzt. Die Situation lässt uns keine Wahl.

Und weil wir uns als TV- und Videojournalisten immer das beste aus einer suboptimalen Situation machen müssen, werfen wir uns ins Abenteuer.

Du findest auf diesen Seiten alle Lerninhalte für den Kurs in Form von Lernvideos, schriftlichen Unterlagen, Videofiles und Links. Dazu insbesondere immer wieder Verlinkungen auf „Weiterführende Materialien“. Ganz wichtig: Die sind optional und kein Prüfungsstoff. Sondern einfach dafür gedacht, Dir dort noch etwas mehr Know-How anzubieten, falls Du magst.

Während den Live-Zoom Sessions treffen wir uns alle im virtuellen Raum und können dort Fragen diskutieren und uns austauschen. Die Materialien auf dieser Seite kannst Du in Deinem eigenen Lerntempo bearbeitet und wann Du Zeit und Lust hast dazu.

Beachte einfach, dass es die eine odere andere Aufgabe gibt, die mit einer Abgabefrist verbunden ist.

Jetzt wünsche ich Dir viel Spass und hoffe, den einen oder anderen Denkanstoss für Deine Arbeit mit der Bewegtbildkamera vermitteln zu können.

Herzlich

 

Live-Zoom-Sessions:

Samstag, 27. März 2021, 0930 Uhr (max. 60 Min)

Samstag, 27. März 2021, 1530 Uhr (max. 45 Min)

Samstag, 6. Mürz 2021, 0930 Uhr (max. 90 Min.)

Samstag, 6. März, 1400 Uhr (max. 90 Minuten)

Zoom-Meeting beitreten

https://us02web.zoom.us/j/89591244583?pwd=NTFpM0NqZFY1VzJTU3lSV0hLcG9rZz09

Meeting-ID: 895 9124 4583

Kenncode: 933886

Die Kursinhalte als pdf

Das nachfolgende pdf stammt aus dem Kurs „Video-Guide“ des Schweizer Fernsehen, der als interaktiver Online-Kurs mit Mona Vetsch als Moderatorin eine sehr gute Grundlage bildet, um das Videofilmer-Handwerk zu erlernen. Der Kurs war in Flash programmiert und ist deshalb aktuell nicht verfügbar.

Unten findest Du aber die Zusammenstellung aller herunterladbarer pdfs dieses Kurses. Dieses Booklet dient uns für unseren Kurs als Skript. Alle Inhalte daraus sind Prüfungsstoff. Das gilt auch für diejenigen Teile, die nicht explizit in den anderen Videos erläutert werden.

Falls Du Fragen hast zu irgend‘ einem Aspekt aus dem Skript, dann gibt es während den Live-Zoom-Sessions immer die Möglichkeit, diese zu stellen.

Webinar-Videos

Video 1:

Wir alle schauen Videos und/oder TV. Aber was macht einen „guten“-TV-Beitrag aus? Dieser Frage widmet sich das erste Video.

Dieses Einführungsvideo wirft verschiedene Grundfragen des TV-Schaffens auf. Ich empfehle Dir, dieses Video als erstes anzuschauen.

Video 2:

Der häufigste Praxisfehler im real existierenden TV-Journalisten in vielen Teil der Welt ist die Tatsache, dass Video-Beiträge nicht nach dramaturgischen Gesichtspunkten aufgebaut sind.

Dieses Video geht der Frage nach, das denn „Dramaturgie“ überhaupt bedeutet, wie man mit den Mitteln des bewegten Bildes eine Geschichte erzählt und warum auch für Journalistinnen und Journalisten von den Macher/innen von Spielfilmen viel lernen können.

Video 3:

In diesem Video geht es um die verschiedenen Kameraeinstellungen, die uns beim Filmen zur Verfügung stehen: Von der Totale bis zur Detailaufnahme. Dazu einige Tricks, wie Du sicherstellen kannst, dass Dir am Schnittplatz kein Bild fehlt.

Video 4:

In den letzten Jahren hat sich die Auswahl an Kameras, mit denen wir Video- und TV-Bilder produzieren, sehr stark verändert. Die grosse ENG (Electronic News Gathering)- Schulterkamera ist nur noch eine der Optionen. Danebst reicht das Spektrum von der VJ- über die Proconsumer, Spiegelreflex- und Systemkameras bis zu Smartphones und Acion Cams.  Dieses Video gibt einen Überblick über die verschiedenen Typen.

Aufgaben

Aufgabe 1:

Ausgangslage

Du hast den Auftrag erhalten, einen Videobeitrag zum nachfolgend dargestellten Projekt von Gastro Aargau zu realisieren. Überlege Dir eine Dramaturgie für den Beitrag und skizziere ein Storyboard, in dem Du festhältst, welche Sequenzen Du drehen willst und welche Aussagen jede dieser Sequenzen haben soll.

WICHTIG: Du brauchst als nicht jede einzelne Einstellung festzuhalten (z.B. «Detailaufnahme Gesicht Koch»), sondern eben einzelne Sequenzen (z.B. «Einführungsbilder & Statement von Koch zur Frage, wie sein «Corona-Alltag» die letzten Wochen aussah»).

Du kannst das Storyboard entweder zeichnen oder aber mit der Excel-Tabelle schriftlich darlegen. Unten findest Du die Vorlagen zum Herunterladen:

Abgabe-Termin:

Bis Montag, 1. März 2021, 0800 Uhr an psenn@thecomexperts.ch

Aufgabenstellung als pdf herunterladen:


«Gastro-Lernende sind nicht vergessen»

Seit dem ersten Lockdown im März 2020 haben Lernende teilweise nie mehr richtig gearbeitet – GastroAargau hilft!

Man spricht von 3’000 Lernenden in der Gastronomie, welche Corona-bedingt ihr Handwerk nicht mehr richtig ausüben können. Der Präsident von GastroAargau hat dieses Problem immer wieder platziert und auf die Folgen aufmerksam gemacht – Bruno Lustenberger hat früh erkannt, dass man dringend handeln muss…

Rekordzeit
In nur gerade mal 14 Tagen hat GastroAargau ein Schulungskonzept auf die Beine gestellt, Trainingsbetriebe gesucht, die Finanzierung festgelegt und die nötigen Coaches rekrutiert. Der Kanton – namentlich Matthias Kunz (Sektionsleiter Betriebliche Bildung, Aarau) – hat tatkräftig unterstützt und mitgeholfen, dass Lernende so ein Ausbildungsangebot bekommen. Ruedi Zimmerli (Leiter Abteilung Berufslehren, Solothurn) hat sofort Hand geboten, um eine gemeinsame Lösung für die Gastro-Lernenden zu finden. Und so werden also Lernende der Koch- und Restaurantberufe in beiden Kantonen trainiert – für Hotelfachleute gibt es dieses Angebot im Kanton Bern.

Intensiv-Trainings
Am 15. Februar 2021 hat das Projekt gestartet. Die Betriebsverantwortlichen an den vier Schulungsorten engagieren sich und haben kreative Schulungsprogramme entwickelt, die aus einer Mischung aus üK-Programm, Prüfungsvorbereitung und Berufsschulunterricht bestehen. Nebenbei werden den wissbegierigen Lernenden aber auch andere Themen vermittelt wie zum Beispiel Lebensmittel räuchern, Brot backen oder die Pralinenherstellung.
Das Feedback aus den Betrieben und von den Lernenden ist überwältigend!

Aussenstandorte für diese Trainings:
Grand Casino | Restaurant PLÜ, Baden
Hotel Aarehof, Wildegg
Hotel Krone, Aarburg
GastroBildungsZentrum GBZ, Lenzburg

QV-Training
Nebst dem Intensivtraining für alle Lernenden in den Koch- und Restaurantberufen werden im März zusätzlich QV-Trainingstage angeboten. Während Tagen können die Lernenden, die an die Lehrabschlussprüfung kommen, nochmals trainieren. Prüfungsexpertinnen und -experten coachen die Lernenden aus den Abschlussklassen, geben Tipps und Hinweise. Diese Kurse finden im GastroBildungsZentrum GBZ in Lenzburg und im Bildungszentrum Gastro Solothurn in Olten statt – da wo Lernende auch ihr Qualifikationsverfahren abhalten werden.

Learning by doing
«Lernen durch Tun!» – unter diesem Motto unterrichten Berufsbildner und Betriebsinhaber/innen. Sie zeigen den Lernenden Tricks und Kniffs und weihen sie in die Geheimnisse des Berufs ein. Praxis von Praktikern vermitteln lassen, dies hat sich bewährt und bringt Mehrwert für alle Beteiligten.
Das Besondere ist sicherlich, dass die Lernenden in den Betrieben jeden Tag eine Zusammenfassung erstellen – hierfür ist ein «Tagesreporter» zuständig.

Kosten
Wir haben erreicht, dass alle diese Angebote für alle Betriebe und die Lernenden kostenlos sind! Man kann nun also grad doppelt profitieren: von mehr Trainingstagen und man muss auch nichts dafür bezahlen!

Neue Wege
Austausch auf der Ebene der Berufsbildungsämter der Kantone Aargau und Solothurn, die Kooperation mit den Chefexperten und üK-Lehrpersonen aus beiden Kantonen und das gemeinsame Umsetzen dieser Idee ist wohl eher ein Novum. Die gemeinsamen Interessen haben aber gezeigt, dass man in neuer Zusammensetzung viel erreichen kann.
SolAar (Solothurn und Aargau) – bereits heute schon «eine gelungene Kombination»!  ☺

Ohne Mithilfe geht’s nicht
Unser Dank geht an die vielen Helferinnen und Helfer in der Planung, die Coaches vor Ort, die Betriebsverantwortlichen, mit denen man die Programme anbieten kann, die Berufsfachschulen Aarau, Baden und Solothurn sowie den Fachstellen der Kantone. Ohne den Einsatz aller hätten die Lernenden von diesem Unterstützungsangebot nicht profitieren können.

Aufgabe 2:

Ausgangslage

Zur Prüfungsvorbereitung diskutieren wir am zweiten Kurstag verschiedene TV-Beiträge. Dazu sucht jede/r Kursteilnehmer/in einen Beitrag aus dem TV, den er/sie analysiert im Hinblick auf Dramaturgie und Umsetzung.

Bitte suche einen entsprechenden Beitrag, idealerweise einen, der im Internet in einer Mediathek abgelegt ist. Wir werden dann eine Auswahl der vorgeschlagenen Beiträge am zweiten Kurstag gemeinsam anschauen und Du wirst die Diskussion über diesen Beitrag führen und Deine Analyse mündlich präsentieren.

Abgabe-Termin:

Bitte melde mir den Beitrag, den Du Dir ausgesucht hast und über den Du referieren kannst, (inklusive entsprechendem Internetlink) bis zum Freitag, 5. März 2020, 0800 Uhr an psenn@thecomexperts.ch.

Aufgabenstellung als pdf herunterladen:

Weiterführende materialien zu kurstag 1

Storytelling mit
bewegten Bildern

Zum Thema „Storytelling“ und Dramaturgie am TV gibt es eine Reihe von weiterführenden Materialien. Hier sind sie:
(kein Prüfungsstoff)

Philipp Bloom ist ein englischer Kameramann und Filmemacher, der viel Know-How öffentlich teilt. Das Video oben ist der Pilot seiner „Cinematic Masterclass“. Legendär sind auch Blooms Kamera-Tests. Blooms Video sind in englischer Sprache.

Ihr erinnert Euch an diese 5-Minuten lange erste Einstellung im Spielfilm „La La Land“ ? Andri hat recherchiert, die wie die Einstellung gefilmt wurde – herzlichen Dank dafür. Hier das kleine „Making of“.

Ein Videobeitrag von Marcel Anderwert (heute SRF, früher Tele Züri), in dem er seine iPhone-VJ-Ausrüstung erklärt, mit der er von der Reportage bis zur Live-Schalte alles macht.

Dozenten-Portrait

„Journalismus ist eine Denkhaltung, die man nicht so einfach ablegt“

Patrick Senn ist 50 und seit über 30 Jahren Journalist. „Wenn auch nur noch vereinzelt praktizierender“, wie er sagt. Senn hat jahrelang das Morgenprogramm von SRF1 moderiert, war stellvertretender Moderationschef und hat während drei Jahren als Chefredaktor den Sender „Tele Ostschweiz“ mit aufgebaut. Unterdessen ist er vor allem als Berater tätig und hilft Menschen, Ihre Auftritte vorzubereiten: In den Medien, oder vor anderen Publika. Und ganz gerne auch in Krisensituationen.

 

Im Herzen ist der gebürtige St. Galler allerdings Journalist geblieben. „Das heisst, dass ich immer noch als kritischen Geist betrachte, der gerne hinterfragt und Dingen auf den Grund geht“, erzählt er. Aber geht das, wenn man gleichzeitig als Berater tätig ist?

Ja, findet er. „In meiner Beratertätigkeit geht es entweder darum, mit den Techniken, die auch professionelle Medienmacher benützen, Botschaften zu vermitteln – beispielsweise in einer Präsentation. Da ist reines Handwerk gefragt.“

Aber in der Krisenkommunikation? Wenn Fehler passiert sind, die dann möglichst vertuscht werden sollen? „Viele haben ein ganz falsches Bild von Krisenkommunikation. Dabei geht es zwar schon um Interessen, und konkret darum, die Reputation einer Firma oder einer Person zu wahren. Aber bei der Wahrheit zu bleiben, ist beispielsweise ein ganz wichtiger Grundsatz meiner Arbeit.“ Richtig sei aber, dass es nicht nur das Interesse der Öffentlichkeit an vollständiger Transparenz gebe, sondern auch die Interessen von Betroffenen. „Und da habe ich keine Mühe, auch mal darauf hinzuweisen, dass persönlichste Details eines Verunfallten vielleicht „eine gute Geschichte“ wären, die betroffene Person das aber nicht möchte.

Gerade für Krisen-Übungen ist Senn auch heute noch Journalist. „Ich erstelle oft für Übungen von Krisenstäben Texte, Radionachrichten oder TV-Filme. „Dadurch bleibe ich auch mit technischen Entwicklungen up-to-date. Denn da ist so einiges geschehen. „Zu meiner Tele Ostschweiz-Zeit filmten wir auf Videobänder und hatten noch einen linearen Schnittplatz – wie man sie heute wohl nur noch im Kommunikationsmuseum findet. Die Kameras waren gefühlte 20 Kilogramm schwer, das Bildformat noch 4:3. Wenn einer erzählte hätte, er wolle mit seinem Telefon einen Beitrag filmen, hätten wir ihn wohl zum Psychiater geschickt.“

Die neuen technischen Möglichkeiten findet der Vater einer sechsjährigen Tochter zwar äusserst interessant, aber auch etwas zweischneidig: „Ich erlebe leider zu oft, dass vor lauter technischem Schnickschnack die Basis verloren geht. Dass nämlich jeder gute Beitrag, und das gilt auch für einen Nachrichtenfilm im TV, eine Geschichte erzählen muss. Wie man aus einem Stoff eine Geschichte machen kann, dieses Wissen fehlt vielen.